Armut in Ost- und Westdeutschland im Vergleich

200-Euro-Schein

Aktuellen Zahlen zufolge ist Armut in Ostdeutschland nach wie stärker verbreitet als im Westen:

Armutsquoten in Ost- und Westdeutschland 2012

  • Ostdeutschland: 19,7% (knapp jeder Fünfte)
  • Westdeutschland: 14% (rund jeder Siebte)

Armutsquoten in ostdeutschen Bundesländern

  • Sachsen-Anhalt: 20,9%
  • Sachsen: 18,9%
  • Thüringen: 16,9%

Definition für relative Armut

Verwendet wird die relative Armutsdefinition, die sich am mittleren Einkommen orientiert: demnach ist relativ arm, wer mit weniger als 60% des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen muss. (Das „mittlere Einkommen“ oder Medianeinkommen sollte nicht mit dem Durchschnittseinkommen verwechselt werden. Vgl. den Beitrag Mittelwert oder Median? Beschreibung der Einkommensverteilung.)

Armutsgrenzen der relativen Armut in Deutschland 2012

  • Single: Monatseinkommen 869 Euro netto
  • Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren: 1.826 Euro

Entwicklung der Armutsquoten einiger Städte

In Leipzig lag die Armutsquote 2012 über 25%. Allerdings galt das auch für die Ruhrgebietsstädte Dortmund und Duisburg. Die niedrigsten Armutsquoten in 15 deutschen Großstädten weisen München und Stuttgart auf (je rund 10%).

Vergleicht man die Münchner und Stuttgarter jedoch nicht mit der bundesweiten Bemessungsgrundlage, sondern einer regionalen, dann liegt das Armutsrisiko auch dort im Bundesdurchschnitt. Da es um relative Armut geht, ist diese Aussage als Indiz für Einkommensungleichheit zu interpretieren. Diese Ungleichheit ist in „reicheren“ Städten nicht geringer als in „ärmeren“ Städten.

In den meisten Großstädten steigt der Anteil armer Menschen; Ausnahmen: Hamburg, Nürnberg und Dresden (Vergleich 2005 mit 2012).

Im Vergleich zu 2005 ist der Ost-West-Abstand etwas geringer geworden: im Osten ist der Anteil Armer um 0,7% gesunken, im Westen um 0,8% gestiegen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu Armutsquoten im Großstädte-Vergleich: Dresden im Mittelfeld.

Quelle: Sächsische Zeitung