Olympia in Tokio – verantwortbar nach Fukushima?

Fukushima: die zerstörten Reaktoren 3 und 4

Am Wochenende entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Olympischen Spiele 2020 an Tokio zu vergeben. Das Nachsehen hatten Istanbul und Madrid.

In den Medien wird nach meinem Empfinden erstaunlich selten über Fukushima berichtet. Zum aktuellen Anlass werden allerdings Zweifel geäußert, inwieweit die Lage in Japan unter Kontrolle ist bzw. bis zu den Spielen unter Kontrolle gebracht werden kann. Das Handelsblatt zitiert den japanischen Premierminister Shinzo Abe mit den Worten, die Verseuchung in Fukushima beschränke sich auf einen Umkreis von 300 Metern um den Hafen vor der Atomruine. Und diese Fläche sei eingegrenzt.

Einige Meldungen – die Quellen sind leider englischsprachig:

Zur Aussage des japanischen Premierministers: Ein Sarkophag wie um den havarierten Tschernobyl-Reaktor ist nicht in Sicht. Die Lage ist komplizierter als in Tschernobyl – es gab mehrere Kernschmelzen, nicht nur eine (mindestens drei); die Kerne haben sich durch den Betonboden ins Erdreich gearbeitet; die genaue Position ist angeblich unbekannt, und es wurden gravierende Schäden an den oberirdischen Abklingbecken gemeldet.

Ich finde den Wunsch nach Normalität in Japan sehr verständlich. Dorthin reisen würde ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass die Spiele wirklich in Tokio stattfinden werden – das wird die Zeit zeigen.

Was halten Sie von der Entscheidung des IOC? Ist das eine angemessene Möglichkeit, dem gebeutelten Japan zu helfen?

Dieser Beitrag ist ein Update zu Fukushima und Tokio. Hier finden Sie weitere Artikel zum Stichwort Fukushima.