Statistik = Wanderkarte

Statistik ist eine Wanderkarte. Wenn man sie zu sehen bekommt, ist sie von der Realität schon etwas überholt. Dennoch gibt sie Orientierung. Man muss sie mit Verstand lesen können, sonst geht man in die Irre. Martin Kruse (*1929), lutherischer Theologe Dank an Familie Stubig. Anmerkung: Wenn man als wissenschaftlischer Forscher „in die Irre geht“, heißt … „Statistik = Wanderkarte“ weiterlesen

Siege am seidenen Faden: Squash WM 2002-2006

In jüngeren Jahren war ich begeisterter Squashspieler. Ein gewisses Interesse ist geblieben. Für Wahrscheinlichkeits-Freaks – hat jemand Lust, dazu was zu rechnen? Wie wahrscheinlich ist es, dass solche Ergebnisse zustande kommen? Bei den Squash-Weltmeisterschaften der Jahre 2002 bis 2006 gab es in vier von fünf Fällen Sieger, die mindestens zwei Matchbälle abwehren mussten. 2002: zwei … „Siege am seidenen Faden: Squash WM 2002-2006“ weiterlesen

Verteilungen vergleichen: Mittelwerte und Fallzahlen reichen (manchmal) nicht

Ich bin ein Verfechter des „Mosaik“-Ansatzes: mit mehreren Ansätzen auf Daten schauen, um Schritt für Schritt (Steinchen für Steinchen) ein klareres Bild zu erhalten. Einfaches Praxisbeispiel: Zwei Schulklassen mit nur je zwei Schüler(innen). Zensuren: Klasse A 3, 3; Klasse B 1, 5. In beiden Klassen gilt: Durchschnittsnote = 3, N (Fallzahl) = 2. Bleibt man … „Verteilungen vergleichen: Mittelwerte und Fallzahlen reichen (manchmal) nicht“ weiterlesen

Korrelation: Pearson vs. Spearman

Sollten Zusammenhänge zwischen zwei mindestens ordinal skalierten Variablen mit dem Korrelationskoeffizienten nach Pearson (für intervallskalierte Merkmale) oder mit der Spearman’schen Rangkorrelation ermittelt werden? In der Praxis unterscheiden sich die Ergebnisse oft nur geringfügig. Selten kommt man zu unterschiedlichen Aussagen – und wenn, dann ist das eine Maß knapp über und das andere knapp unterhalb der … „Korrelation: Pearson vs. Spearman“ weiterlesen

Sieg am seidenen Faden: Boris Becker, US Open 1989

Wie wahrscheinlich war Beckers Turniersieg in dieser Situation? US Open 1989, 2. Runde: Boris Becker verliert die ersten beiden Sätze gegen Derrick Rostagno, holt sich den dritten. Im vierten kommt es zum Tiebreak, Rostagno hat beim Stand von 6:4 zwei Matchbälle. Beim zweiten spielt er einen sehr guten Return, hat Becker in der Ecke, steht … „Sieg am seidenen Faden: Boris Becker, US Open 1989“ weiterlesen

Je mehr Störche, desto mehr Kinder

Ein Klassiker der Statistik … Man kann tatsächlich nachweisen, dass in Regionen mit mehr Störchen auch mehr Kinder „auf die Welt kommen“. Ist damit bewiesen, dass Störche Kinder bringen? Medizinisch-biologische Erkenntnisse sprechen dagegen – es gibt andere, gut belegte Theorien dazu, wie Kinder entstehen und von wo sie „gebracht“ werden. So weit, so klar – … „Je mehr Störche, desto mehr Kinder“ weiterlesen

Interaktionseffekt / Moderatoreffekt

Interaktionseffekte (Moderatoreffekte) werden oft als schwierig nachvollziehbar empfunden. Kurz gesagt ist der Effekt einer Variablen auf eine andere unterschiedlich, je nach Zustand einer weiteren. Klingt zu abstrakt? Neu: Moderatoreffekte im Video   In einer Studie fand ich ein schönes Beispiel dafür. Jemand hatte ein Balkenwaagenexperiment mit 2- bis 4-jährigen Kindern durchgeführt. Es gab zwei Versuchsanordnungen: … „Interaktionseffekt / Moderatoreffekt“ weiterlesen

Traue keiner Statistik …

… die Du nicht selbst gefälscht hast. Oder: „Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.“ Dieses berühmte Zitat wurde häufig Winston Churchill zugeschrieben, allerdings fand sich dafür kein haltbarer Beleg. Werner Barke schreibt im Statistischen Monatsheft Baden-Württemberg 11/2004, nichts spreche für die Richtigkeit des Zitats, und alles dagegen. Quelle: statistik.baden-wuerttemberg.de [URL nicht mehr erreichbar] … „Traue keiner Statistik …“ weiterlesen

Statistik zum Mitdenken

Statistik ist für mich das Informationsmittel der Mündigen. Wer mit ihr umgehen kann, kann weniger leicht manipuliert werden. Der Satz: „Mit Statistik kann man alles beweisen“ gilt nur für die Bequemen, die keine Lust haben, genau hinzusehen. Elisabeth Noelle-Neumann, 1916-2010, Gründerin des Instituts für Demoskopie Allensbach Für dieses Zitat danke ich Familie Stubig.

Warum multivariate Verfahren? Für kommerzielle Forschung reichen doch Kreuztabellen!

Der Kunde muss die Analyse verstehen können! Dieses Argument habe ich schon öfter zu hören bekommen. Folgendes Beispiel mag zeigen, warum multivariate Verfahren durchaus angemessen sein können. Annahme: Jugendliche mit höherer Sportorientierung ernähren sich gesünder als Jugendliche mit geringerer Sportorientierung. Lässt sich diese Annahme anhand vorliegender Befragungsdaten bestätigen? Korrelationsanalyse [man könnte auch Mittelwerte bilden und in … „Warum multivariate Verfahren? Für kommerzielle Forschung reichen doch Kreuztabellen!“ weiterlesen