Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen: Sachsen im Bundesvergleich

200-Euro-Schein

Wie hoch ist das verfügbare jährliche Pro-Kopf-Einkommen in Sachsen im Bundesvergleich? Gibt es die typische „Ost-West-Schere“? Hier einige Zahlen des Statistischen Landesamtes, Stand 2011 (aus einer Presseerklärung vom April 2013):



Bundesland Verfügbares Einkommen pro Einwohner Veränderung zum Vorjahr in % Deutschland=100
1. Bayern 22.086 € 3,7 110,8
2. Baden-Württemberg 21.679 € 4 108,8
3. Hamburg 21.313 € 2,4 106,9
4. Rheinland-Pfalz 20.712 € 3,2 103,9
5. Hessen 20.452 € 3,3 102,6
6. Bremen 20.332 € 3,6 102
7. Nordrhein-Westfalen 20.056 € 3,2 100,6
8. Schleswig-Holstein 19.931 € 2,1 100
9. Niedersachsen 18.972 € 3,3 95,2
10. Saarland 18.762 € 3,4 94,1
11. Brandenburg 17.382 € 2,4 87,2
12. Sachsen 17.227 € 2,3 86,4
13. Thüringen 16.944 € 2,7 85
14. Berlin 16.927 € 1,9 84,9
15. Sachsen-Anhalt 16.661 € 2,4 83,6
16. Mecklenburg-Vorpommern 16.317 € 1,8 81,9
Deutschland gesamt 19.933 € 3,2 100
Alte Länder mit Berlin 20481 € 3,3 102,7
Alte Länder ohne Berlin 20670 € 3,4 103,7
Neue Länder mit Berlin 16976 € 2,3 85,2
Neue Länder ohne Berlin 16989 € 2,4 85,2

Einige Rückschlüsse aus der Tabelle – weitere Interpretationen willkommen:

  • In allen Bundesländern ist das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen gegenüber 2010 gestiegen (offenbar sind die Zahlen jedoch nicht um die Inflation bereinigt)
  • Das Ost-West-Gefälle finde ich auffällig, wobei Berlin auf Rang 14 eine Sonderstellung einnimmt. Unabhängig davon, ob Berlin zu den „alten“ oder „neuen“ (23 Jahre nach der Wiedervereinigung!) Bundesländern gezählt oder ausgeklammert wird, beträgt der Ost-West-Abstand rund 3.500 € pro Jahr und Einwohner.
  • Die großen Flächenländer im Süden der Republik, Bayern und Baden-Württemberg, stehen an der Spitze der Rangliste.
  • Abgesehen von Berlin ist das Saarland das „ärmste“ West-Bundesland, mit einem um knapp 1.400 € höheren Jahreseinkommen je Einwohner als das „reichste“ Ost-Bundesland Brandenburg.
  • Das sächsische Durchschnittseinkommen beträgt 86,4% des Bundesdurchschnitts.
    Mecklenburg-Vorpommern kommt statistisch sogar nur auf 81,9%.
  • Die Wachstumsraten in den ostdeutschen Bundesländern lassen nicht auf eine baldige Angleichung der Einkommensunterschiede schließen; im Gegenteil: der Abstand zu den einkommensstärksten Bundesländern vergrößert sich sogar noch.

Das Statistische Landesamt betont zudem noch folgende „ostdeutsche Besonderheit“: der Anteil des Arbeitnehmerentgelts liegt in Sachsen wie auch in den ostdeutschen Bundesländern insgesamt mit 74% rund 5% höher als in den westdeutschen Bundesländern (ohne Berlin). Was bedeutet das? Es ist ein Indikator dafür, dass im Westen mehr Einkommen aus Vermögen erzielt wird (ein alternativer Begriff lautet leistungsloses Einkommen).

Dieser Beitrag ist ein Update zu BIP pro Einwohner: Sachsen im Bundesvergleich. Siehe auch weitere Artikel zu den Stichworten Einkommen und Ostdeutschland.

Wie denken Sie über Einkommens- und Ost-West-Unterschiede?

Quelle: Statistisches Landesamt in Kamenz

3 Gedanken zu „Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen: Sachsen im Bundesvergleich“

  1. Hallo Ni els,

    danke für die Hinweise! Mit SPSS Maps hab ich ehrlich gesagt noch nicht gearbeitet. Die regionalen Unterschiede sind natürlich wichtig zu beachten – das dürfte nicht nur auf Sachsen zutreffen. Ich hab mir das mal EU-weit angesehen, da zählt z. B. Mecklenburg-Vorpommern zu den ärmsten Regionen, als Teil eines der reichsten Staaten …

  2. In einem Statistik-Blog hätte ich mir eine schönere Datenvisualisierung gewünscht. Trotzdem interessant. In Sachsen wäre noch zu brücksichtigen, dass die Provinzen weit hinter den Metroploen zurückliegen. Ergo, nicht nach Bundesländern, sondern nach Regionen / Landkreisen müsste man differenzieren. Eine Karte böte sich da schon, oder? Geht das mit SPSS überhaupt.

    Schönen Abend.

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