Schloss Weesenstein in Zahlen

Schloss Weesenstein bei Dresden

Gut 20 Kilometer südöstlich von Dresden befindet sich Schloss Weesenstein. Einige Zahlen, zunächst eine Zeittafel:

Schloss Weesenstein

Erste historische Quellen: Burg ab 1200

  • um 1200 Errichtung einer Burg als Grenzfeste zu Böhmen
  • um 1300 Entstehung des hohen Rundturms
  • 1318 erste urkundliche Erwähnung: „Weysinberg, dem huse“, zugehörig zur Burggrafschaft Dohna
  • um 1400 Einverleibung der Burggrafschaft Dohna in die Markgrafschaft Meißen
  • 1406 Der Markgraf übereignet die Burg den Grafen von Bünau als Belohnung für die Unterstützung im Kampf gegen die Dohnaer Burggrafen
  • 1504 Bau der Burgkapelle

Ab dem 16. Jahrhundert: Umbau zum Schloss, Kriegsschäden, Besitzerwechsel

  • 1526 – 1575 Umbau der militärisch bedeutungslos gewordenen Burg in ein repräsentatives Schloss durch die Grafen von Bünau; Nutzung als Hauptwohnsitz;
    das 1575 fertiggestellte Hauptportal zählt zu den wertvollsten Renaissance-Portalen Sachsens
  • 1631 / 1643 Schwere Verwüstungen während des Dreißigjährigen Krieges
  • 1738 – 1741 Umbau der Burgkapelle zur Schlosskapelle durch Johann Georg Schmid nach Plänen von George Bähr, dem Architekten der Frauenkirche
  • 1756 – 1763 Siebenjähriger Krieg; Ruin der Grafen von Bünau; sie verlieren das Schloss an eine Freifrau von Uckermann
  • 1781 Entstehung des Schlossgartens als Barockgarten nach französischem Vorbild; Ersetzung der Holzbrücke durch eine Steinbrücke
  • ab 1830 Nutzung des Schlosses durch die Wettiner

19. Jahrhundert: Prinz Johann und Dantes Göttliche Komödie

  • ab 1838 Wissenschaftliche Studien des Prinzen Johann auf Schloss Weesenstein, der von 1854 bis 1873 als König Johann von Sachsen regierte;
    er verfasste u. a. eine Übersetzung von Dantes Göttlicher Komödie unter dem Pseudonym Philalethes
  • 1850 Die Schreibweise Weesenstein wird amtlich

20. Jahrhundert: Museum, Krieg, Notunterkunft, DDR-Zeit

  • 1933 Verwaltung des Schlosses durch den Landesverein Sächsischer Heimatschutz
  • 1934 Gründung des Schlossmuseums
  • Zweiter Weltkrieg: Schloss Weesenstein dient als Hauptdepot der Gemäldegalerie der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden; es wurden auch Objekte aus dem Kupferstichkabinett, der Porzellansammlung und dem Museum für Sächsische Volkskunst aufbewahrt
  • 1945 – 1950 Schloss dient als Notunterkunft für ausgebombte Dresdner und Vertriebene aus den Ostgebieten; u. a. lebte der Maler Walter Timmling zwei Jahre hier (1946 – 1948)
  • 1949 Das Land Sachsen übernimmt die Trägerschaft des Schlosses
  • 1952 Wiedereröffnung des Schlossmuseums; Angliederung an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
  • 1957 Die Gemeinde Weesenstein übernimmt die Trägerschaft des Schlosses

Nachwendezeit: Restaurierung, Hochwasserschäden, Wiederaufbau

  • 1992 Trägerschaft durch den Freistaat Sachsen
  • 1991- 1994 Restaurierung der Innenausstattung der Schlosskapelle
  • 1993 Eröffnung der Ausstellung über König Johann von Sachsen
  • 2002 Zerstörung des Schlossgartens durch die „Jahrhundertflut“
  • 2003 Wiedereröffnung des schlossnahen Teils des Schlossgartens
  • 2007 Vollständige Wiederherstellung des Schlossgartens

Portal von Schloss Weesenstein

Zahlen zum Bau, Museumsbestand, Besucher

  • Anzahl Stockwerke: 8;
    architektonisch ungewöhnlich: Bau in den Felsen; z. T. dient der Fels als Rückwand; Bau von oben nach unten: alte Kellerräume im 5. Geschoss, Pferdeställe im 4.
  • Anzahl Räume: ca. 200
    davon für Besucher zugänglich: 35
  • Anzahl Kunstobjekte, die während des Zweiten Weltkriegs auf Schloss Weesenstein aufbewahrt wurden: ca. 450.000
  • Anzahl Schlossbesucher 2011: 62.648
  • Das Tapetenmuseum, ein Teil des Burgmuseums, ist eines von nur vier Museen seiner Art in Europa

Hier finden Sie eine Übersicht über Burgen und Schlösser in und um Dresden, und hier geht’s zur Übersicht über Museen in Dresden und Umgebung sowie zu Sehenswürdigkeiten im Dresdner Umland.

Weiterlesen:
Schloss Weesenstein (Lutz Hennig)
Schloss Weesenstein (Hendrik Bärnighausen)
DuMont Kunst Reiseführer Dresden und Umgebung



Quellen:
schloss-weesenstein.de
Reiseführer dresden-und-sachsen.de
Wikipedia 

 

 




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