Burg Stolpen in Zahlen

Burg Stolpen

Eine gute halbe Autostunde und knapp 30 Kilometer östlich von Dresden befindet sich Burg Stolpen. Einige Zahlen, zunächst eine Zeittafel:

Burg Stolpen, Sachsen

Die Anfänge vom 12. bis 16. Jahrhundert; Luther und Reformation

  • um 1100 Errichtung der ersten Wehranlage
  • um 1218 (Rück-)Erwerb vom Slawen Moyko de Stulpen durch den Meißner Bischof Bruno II.
  • 1222 erste gesicherte urkundliche Erwähnung
  • um 1320 Bildung des Amtes Stolpen; die Burg bildete den Verwaltungsmittelpunkt
  • 1429 erfolglose Belagerung durch Hussiten
  • 1451 – 1537 grundlegender Neuaufbau als frühneuzeitliche Wehranlage
  • 1520 Stolpener Dekret: erstes offizielles Mandat des Bischofs Johann VII. von Schleinitz gegen Martin Luther
  • 1539 Reformation in Sachsen; Rückzug der meißnischen Bischöfe nach Stolpen
  • 1559 Kurfürst August übernimmt Stolpen (Burg, Stadt und Amt) und führt auch hier die Reformation ein

17. Jahrhundert: Basaltbrunnen, Pest, Festung

  • 1607/08 – 1632 Anlage des Basaltbrunnens
  • 1634 Stationierung einer ständigen Garnison; schlimmstes Pestjahr
  • 1675 Errichtung der Festungswerke durch Wolf Caspar von Klengel

18. Jahrhundert: Gräfin Cosel

  • 1716 August der Starke verbannt Gräfin Cosel (geboren 1680 als Anna Constantia von Brockdorff) nach Stolpen
  • 1723 Verheerender Stadtbrand, der auch Teile der Burg zerstört
  • 1756 Abzug der Garnison nach Königstein; Stolpen wird von preußischen Truppen eingenommen; umfangreiche Zerstörungen
  • 1764 Auflösung der Garnison; der natürliche Verfall setzt ein
  • 1765 Tod der Gräfin Cosel nach 49 Jahren als Gefangene auf der Burg;
    sie wird in der Burgkapelle bestattet
Cosel, Anna Konstanze Gräfin von, geb. Brockdorff
  • 1773 – 1787 Abriss einiger verfallener Burgteile
  • 1790 Besuch Goethes, um Basaltgebilde zu studieren

19. Jahrhundert: Napoleon, Johann von Sachsen

Burg Stolpen im 20. und 21. Jahrhundert

  • 1935 – 1939 Ausbau der Burg zur Förderung des Fremdenverkehrs
  • 1945 Angliederung der Burg an die Hauptverwaltung der Staatlichen Museen, Schlösser und Gärten in Dresden
  • 1957 Die Trägerschaft geht an den Rat der Stadt Stolpen über
  • ab 1960 intensivere kulturelle Nutzung, z. B. bei Filmaufnahmen
  • 1989 Besucherrekord: 199.165 Besucher
  • 1992 Übernahme der Burg durch den Freistaat Sachsen: „Staatlicher Schlossbetrieb“; anschließend intensive Baumaßnahmen
  • 1998 Eröffnung des Siebenspitzenturms
  • 2007 Eröffnung des Seigerturms

Weitere Zahlen: Burganlage, Bewaffnung, Brunnen

  • Höhenlage: 357 Meter über NN, auf einer Basaltkuppe;
    Namensgeber ist das slawische Wort stolpy (Säule; Bezug auf  Basaltsäulen)
  • Länge der Burganlage: 220 Meter
  • Bewaffnung im Jahr 1733:
    Mörser: 1; Handfeuerwaffen: 122; Kanonen: 11 (9 aus Bronze, 2 aus Eisen);
    Kanonenkugeln: ca. 2.550
  • Zum Burgbrunnen:
    Tiefe: 82 Meter; Wasserstand: ca. 7 Meter; Gewicht des Seils: 175 kg
    Dauer eines Schöpfvorgangs bei 4 Arbeitern im Tretrad: ca. 20 Minuten;
    Vorschub während des Baus: ca. 1 cm pro Tag!
    Methode: Per Holzfeuer wurde Wasser erhitzt und auf den Steinboden geschüttet, anschließend wurde dieser abgeschreckt; wenn das Gestein aufplatzte, konnte es mit einem Meißel herausgeschlagen werden

Hier finden Sie eine Übersicht über Burgen und Schlösser in Dresden und Umgebung, und hier gibt es ein Quiz über Burgen und Schlösser in und um Dresden.

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Weiterlesen:

Gräfin Cosel auf Burg Stolpen



Roman des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski:
Gräfin Cosel: Ein Frauenschicksal am Hofe August des Starken. Historischer Roman

Die Frau im Turm: Roman

Quellen:
www.burg-stolpen.org [bei mehreren Versuchen nicht erreichbar]
dresden-und-sachsen.de

 

 




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