Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung e.V. rügt Dresdner Marktforschungsunternehmen

Nun hat es ein Dresdner Marktforschungsunternehmen erwischt: eine öffentliche Rüge, ausgesprochen vom Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung. Schade, dass es dazu kommen musste. Nach meiner Wahrnehmung ist Dresden bei überregionalen Branchenmeldungen weitgehend ein „weißer Fleck auf der Landkarte“. (Eine Ausnahme bildete der 44. Kongress der Deutschen Marktforschung im Mai 2009 in Dresden.) Und dann ausgerechnet so eine Meldung.

Einerseits begrüße ich die Arbeit des Rates der Deutschen Markt- und Sozialforschung. Es ist sinnvoll und wichtig, „das Ansehen der Markt- und Sozialforschung zu wahren und für die Einhaltung der Berufsgrundsätze und Standesregeln zu sorgen“.

Andererseits weiß ich aus eigener Erfahrung, dass eine Rüge keine Pauschalverurteilung eines betroffenen Unternehmens rechtfertigt. Vor einiger Zeit wurde ein Marktforschungsinstitut gerügt, für das ich früher längere Zeit als Praktikant und freier Mitarbeiter tätig war. Grund: mangelhafte Trennung zwischen Marktforschung und Direktmarketing (Verkaufsaktivitäten). Einen der Geschäftsführer, der die Marktforschungsabteilung leitet(e), durfte ich dank flacher Hierarchien in direkter Zusammenarbeit kennen lernen. Er setzte sich sehr engagiert für höchste Qualität und Ehrlichkeit gegenüber den Kunden ein; trotz der Rüge würde ich das Unternehmen empfehlen.

Das nun gerügte Dresdner Unternehmen kenne ich nicht aus eigener Erfahrung. Jedoch plädiere ich dafür, es nicht in Bausch und Bogen zu verdammen. Eine Rüge bezieht sich auf einen speziellen Aspekt und soll nicht ein ganzes Unternehmen vom Markt drängen. In diesem Fall ging es bei einer Studie zur Verkehrsdurchsetzung um das empirische Vorgehen.



Unternehmertum heißt für mich: Fehler können und dürfen passieren (auch wenn das im Einzelfall sehr unangenehm sein mag und Schaden verursachen kann); wer ist frei davon? Gelegentliches Scheitern gehört (leider und Gott sei Dank) dazu. Wer sich seiner eigenen Fehlbarkeit bewusst ist, kann auch anderen Fehler zugestehen. Wobei es in der Marktforschungsbranche natürlich wichtig ist, sich ernsthaft um seriöse Forschung zu bemühen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu Seriöse Marktforschung vs. Werbung / Verkaufsförderung.

Quelle: marktforschung.de




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