Sind Ostdeutsche stärker an Westdeutschland interessiert als umgekehrt?

Ist die Mauer in den Köpfen noch da? Einige Zahlen zum Verhältnis von Ostdeutschland und Westdeutschland:

  • 21% der Westdeutschen waren noch nie in den „neuen Bundesländern“,
    also gut jeder Fünfte
  • 9% der Ostdeutschen waren noch nie in Westdeutschland
Kann man daraus wie die Sächsische Zeitung schließen, dass das Interesse der Ostdeutschen an den westdeutschen Bundesländern größer ist als umgekehrt? Ich will das nicht ausschließen, bezweifle aber, dass die präsentierten Zahlen das „beweisen“. Es mag auch ganz banal mit Größenunterschieden zu tun haben. Wie sähen die Zahlen aus, wenn man fragt, wie viele Sachsen schon in Schleswig-Holstein waren und umgekehrt? Welcher Anteil der Deutschen war schon in Luxemburg, und welcher Anteil der Luxemburger war schon in Deutschland?

Weitere Zahlen:

  • 67% der Westdeutschen können sich vorstellen, einen Ostdeutschen zu heiraten.
    Spannender finde ich: heißt das, 33% können sich das nicht vorstellen? Oder sind da viele „weiß nicht“- und „vielleicht“-Antworten dabei? Oder „trifft nicht zu – bin schon verheiratet?“ Leider verrät der Artikel das nicht.
  • 78% der Ostdeutschen können sich eine Ehe mit einem Westdeutschen vorstellen

Auch der Stern berichtete über die Studie [URL nicht mehr erreichbar] und spricht von Mentalitätsunterschieden:

  •  74% der Befragten sehen Mentalitätsunterschiede zwischen „alten“ und „neuen“ Bundesländern
  • 36% halten geldorientiert für eine typisch westdeutsche Eigenschaft, 17% für typisch ostdeutsch
  • 37% halten unzufrieden für typisch ostdeutsch, 17% für typisch westdeutsch
  • 30% halten neidisch für typisch ostdeutsch, 13% für typisch westdeutsch
  • Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck stammen aus Ostdeutschland:
    64% der Befragten sagten, das sei ihnen „egal“

Datengrundlage: Befragung des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov;
N (Anzahl Teilnehmer an der Umfrage) = 1.005




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