Das Blaue Wunder in Zahlen

Blaues Wunder mit Fernsehturm

Wer nach Dresden kommt, kann hier buchstäblich sein Blaues Wunder erleben. Offiziell heißt das Bauwerk jedoch Loschwitzer Brücke. Einige Zahlen; zuerst die Zeittafel:

Ausschnitt des Blauen Wunders mit Fernsehturm, August 2013

Von der Fähre über den Bau bis zur Einweihung des Blauen Wunders

  • 1471 erste urkundliche Erwähnung einer Fähre zwischen Loschwitz und Blasewitz
  • 1883 Petition der beiden Gemeinden an den Sächsischen Landtag:
    Wunsch nach Brückenbau; zunächst nicht berücksichtigt
  • 1891 bis 1893 Bau
    Entwurf: Claus Köpcke; Leitung: Hans Manfred Krüger
    Der Name geht einerseits auf den hellblauen Anstrich zurück, andererseits auf die damals ungewöhnliche Konstruktion als Hängebrücke
    Legende: Der ursprünglich grüne Anstrich habe sich über Nacht in blau verwandelt; dagegen spricht: ab 1893 belegen Zeitungen die Farbe blau
    Vorteil für die Schifffahrt: keine Brückenpfeiler im Flussbett
  • 11. Juli 1893: Belastungsprobe; Gesamtgewicht: 157 Tonnen
    drei Dampfwalzen; drei Straßenwalzen samt Pferden; drei Straßenbahnwagen (Beladung: Schiffsanker, Steine); drei Sprengwagen samt Wasser und Zugtieren; ein voll besetzter zweispänniger Pferdebahnwagen; mehrere Kutschen; Straßenpassanten; eine Kompanie des Dresdner Jägerbataillons
    Maximale Durchbiegung in der Mitte des Trägers: 9 Millimeter!
  • 15. Juli 1893 feierliche Einweihung; erster Name: König-Albert-Brücke
  • 1895 Straßenbahnlinie über die Loschwitzer Brücke

Das Blaue Wunder von 1918 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

  • 1918 Umbenennung in Loschwitzer Brücke
  • 1893 bis 1921 Erhebung von Brückenzoll
  • 1921 Eingemeindung von Blasewitz und Loschwitz zu Dresden
  • 1935 Umbau: Verlagerung der Gehwege auf die Außenseite der Brücke
  • 1945 SS sollte die Brücke sprengen; die Dresdner Erich Stöckel und Paul Zickler verhinderten dies ohne Wissen von einander durch Zerschneiden der Zündschnüre und Entfernung der Leitungen aus der Batterie

Tafel am Blauen Wunder zum Gedenken an Erich Stöckel und Paul Zickler

Das Blaue Wunder von der DDR-Zeit bis über den Jahrtausendwechsel

  • 1950er Jahre: Erneuerung der Fahrbahn; Austausch der Holzbohlen gegen Eisenbleche
  • 1982 Sanierung des Mauerwerks
  • 1985 Einstellung des Straßenbahnverkehrs; KFZ-Verkehr: Beschränkung auf 15 t


  • 2011 Installation von 60 LED-Strahlern; Winter: bis 23 Uhr; Sommer: bis 1 Uhr nachts
Das Blaue Wunder bei Nacht

Weitere Zahlen:

  • Gesamtlänge: 260 Meter
  • Größte Spannweite: 141,50 Meter
  • Höhe der Straße über dem Wasser: 12 Meter
  • Gewicht der Metallkonstruktion: 3.500 Tonnen
  • Baukosten: 2,25 Millionen Goldmark

Hier finden Sie Artikel zur Waldschlösschenbrücke sowie eine Übersicht über Dresdens Elbbrücken.

Vertiefende Informationen zum Blauen Wunder gibt es hier:
Das Blaue Wunder. Die Geschichte der Elbbrücke zwischen Loschwitz und Blasewitz in Dresden. Mit Fotografien von Franz Zadnicek und einem Beitrag von Matthias Griebel

Souvenirs:
Fotopuzzle 1000 Teile – Blaues Wunder in Dresden
Kunstdruck Blaues Wunder Loschwitz in 100×140 cm

Quellen:
bernd-nebel.de: „Das Blaue Wunder“
dresden-reisefuehrer.de: Blaues Wunder
dresden.de: Blaues Wunder und Dresdner Bergbahnen [URL geändert]
Wikipedia 

Waldschlösschenbrücke, Weltkulturerbe ... freie Zone, Dresden, Unesco