Wo ist Studieren am günstigsten? Dresden in den Top 10 / Kuriose Statistik

200-Euro-Schein

In welchen Hochschulstädten sind die Lebenshaltungskosten am geringsten? Nach einem Ranking eines Hochschulmagazins* liegt Dresden in den Top 10 und ist günstiger als Leipzig. Die Rangliste der günstigsten Uni-Städte mit den monatlichen Gesamtkosten (die natürlich je nach Lebensweise schwanken):

  1. Zittau (Sachsen): 630 € / Monat
  2. Freiberg (Sachsen): 666 € / Monat
  3. Zwickau (Sachsen): 667 € / Monat
  4. Ilmenau (Thüringen): 670 € / Monat
  5. Erfurt (Thüringen): 673 € / Monat
  6. Weimar (Thüringen): 679 € / Monat
  7. Jena (Thüringen): 681 € / Monat
  8. Hof (Bayern): 684 € / Monat
  9. Chemnitz (Sachsen): 693 € / Monat
  10. Dresden (Sachsen): 711 € / Monat

200-Euro-Schein

Leipzig liegt mit 725 € / Monat auf Rang 20. Auffällig: Die drei günstigsten Studienorte liegen allesamt in Sachsen, die vier folgenden in Thüringen. Diese beiden Bundesländer enthalten 9 der 10 günstigsten Universitätsstädte (Sachsen 5, Thüringen 4), die einzige Ausnahme bildet das bayerische Hof auf Rang 8.

Lebenshaltungskosten für Studierende: günstige und teure Bundesländer

Hier ein Vergleich der günstigsten mit den beiden teuersten Bundesländern:



Bereich Sachsen Thüringen Bayern Baden-Württemberg
Miete+NK 214 € 200 € 282 €  292 €
Ernährung 138 € 135 € 165 €  166 €
Auto (Unterhalt) 127 € 129 € 130 € 131 €
Gesamtkosten: nur Auto 684 € 649 € 804 € 814 €
Gesamtkosten: nur ÖPNV 592 € 553 € 713 € 719 €
Gesamtkosten: Auto+ÖPNV 719 € 683 € 843 € 851  €

Unterschiede entstehen vor allem in den Bereichen Miete und Nebenkosten (durchschnittlich bis zu 90€ / Monat Differenz zwischen Bundesländern) sowie Ernährung (rund 30 € Differenz).

* Quelle: Unicum.de: Lebenskostenrechner [URL leider nicht mehr erreichbar]

Kuriose Statistik oder: Mittelwerte, Ausreißer und was man dagegen tun kann

Fraglich ist, wie belastbar die Zahlen sind. Sie beruhen offenbar auf Angaben, die die Webseitenbesucher selbst eingeben können. Kurioses Beispiel (Abrufdatum: 7.7.2014): Ludwigsburg (Baden-Württemberg) wird als teuerste Unistadt ausgewiesen mit monatlichen Lebenshaltungskosten von insgesamt 1.440 €. Dabei sollen nicht weniger als 497 € (!), also über ein Drittel, auf Krankenversicherung, Arztkosten, Medikamente zurückzuführen sein. Ich vermute, dass es hier arg wenig Teilnehmer gab. Zum Vergleich: der Gesundheitsbereich beläuft sich für Dresden auf 74 € / Monat. Eine Datenbereinigung (Nicht-Berücksichtigung von Ausreißerwerten) wäre hier dringend anzuraten. Zum Beispiel gibt es als Alternative zum „normalen“ Mittelwert, in den alle Antworten eingehen, den sog. 5% trimmed mean, d. h. die 5% der Antworten mit den niedrigsten sowie die 5% mit den höchsten Werten werden aus der Mittelwertsberechnung ausgeschlossen. Etwas aufwändiger, aber ebenso möglich und üblich wäre, für jeden Lebensbereich auf Basis sinnvoller Vergleichsdaten Schwellen festzulegen, oberhalb derer die Antworten als unglaubwürdig ausgeschlossen werden.




Freue mich über Kommentare!